Historische Stereographien in transparentem Glanz

ein Erfahrungsbericht
von Hartmut Wettmann, Berlin
Stereokarte von Adolphe Braun
Eine schöne Möglichkeit, alte Stereographien aus Papier (Stereokarten) zu neuem Glanz zu bringen, ist die Herstellung von Reproduktionen auf transparentem Material. Dieses Verfahren ist nicht neu, es wird vom Verein Kaiser-Panorama Celle (www.kaiser-panorama.de), aber auch etlichen anderen seit geraumer Zeit praktiziert. Gleichwohl soll es hier kurz vorgestellt werden weil der Aufwand immer geringer wird. Es steht heute jedem Sammler offen.
Alles, was man benötigt ist ein PC mit einem guten Scanner, ein Bildbearbeitungsprogramm, möglichst eine Internetverbindung, eine Glaserei und Klebeband.

Zunächst wird die Stereokarte in gewohnter Weise eingescannt und mit dem Bildbearbeitungsprogramm restauriert. Die so entstandene Datei wird auf den Server eines guten Fotolabors übertragen und dort fotographisch auf einen transparenten Bildträger kopiert. Bei mir erfolgte das Einscannen mit einem EPSON PERFECTION 4990 PHOTO mit 1200 dpi, restauriert wurde mit Photoshop, abgespeichert im Format jpg. Übertragen wurden die Dateien per FTP an das Labor Pixel Grain, hier in Berlin (www.pixelgrain.com) und dort auf Duratransbögen (40X50 cm) kopiert. Das Material eignet sich besonders gut, da es eine milchglas-ähnliche Rückseite hat. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Bilder in der gewünschten Größe (meist etwa 9X18) auf dem Gesamtbogen (40X50) angeordnet werden.
Zuschneiden und Rahmen
Zuschneiden und Rahmen
Die fertigen Bilder werden geschnitten und mit einem Textilklebeband unter Glas gerahmt (passende Scheiben schneidet jede Glaserei). Bei der gesamten Prozedur muss auf staubfreies Arbeiten geachtet werden. Um Fingerabdrücke zu vermeiden, sollten dünne Handschuhe getragen werden. Die fertige Reproduktion ist nicht ganz billig (etwa sechs Euro pro Stück), aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Kopien kommen in der Bildwirkung durchaus an die frühen Glasstereos (etwa von Soulier) heran. Die Stunden, die man damit verbringt, eine Reproduktion herzustellen, darf man natürlich nicht rechnen. Das ist ja Hobby und reine Freude!
Das Ergebnis


Stand: Oktober 2007

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