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Stadtrundgang
Neukölln Bezirksteil Neukölln |
Erstellt
2007 durch Jürgen Kmieciak, Fotos: Hartmut Wettmann
Bezirk
Neukölln mit den Bezirksteilen Neukölln, Britz,
Buckow, Rudow, Gropiusstadt
Neukölln,
Daten
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Bezirkteil |
Einwohner |
Ausländer |
% |
fLÄCHE
IN hEKTAR |
|
Gesamtbezirk |
Neukölln |
301.751 |
67.288 |
22,3 |
4493,7504 |
|
|
Neukölln |
147.468 |
51.209 |
34,9 |
1171 |
|
|
Britz |
3.8728 |
4.777 |
12,5 |
1239 |
|
|
Buckow |
3.8953 |
2.822 |
7,3 |
634 |
|
|
Rudow |
41.930 |
2.475 |
6,0 |
1181 |
|
|
Gropiusstadt |
36.120 |
5.505 |
15,1 |
266 |
|
Im Vergleich |
Berlin gesamt |
3.340.897 |
463.722 |
13,8 |
|
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in
ha |
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Wohnfläche |
1703 |
|
Gewerbe-Industriefläche |
250 |
|
Grünanlagen |
773 |
|
Verkehrsflächen |
771 |
|
Davon
Strassen, Wege, Plätze |
651 |
|
Bahn-
Flugplatzgelände/Landwirtsch. |
106 |
|
Friedhöfe |
118 |
|
Wald |
3 |
|
Wasserfläche |
70 |
|
Erholungsflächen |
845 |
Stadtwappen

Viergeteilt:
über
dem Wappen 3-türmige Mauerkrone, mittlerer Turm mit Berliner Bären,
unterer
Teil dreigeteilt;
Mitte
links: Kelch auf schwarzem Grund, Hussitenkelch zur Erinnerung an die
böhmischen Einwanderer, die im Jahre 1737 ihre Heimat verlassen mussten und von
Friedrich Wilhelm I. in Rixdorf angesiedelt wurden;
Mitte
rechts: Wappenadler von Cölln, Symbol des zuletzt
hinzu gekommenen Teiles des Stadtgebietes „Cöllnische
Wiesen“;
Unten
halbrund: Johanniterkreuz im roten Feld, zur Erinnerung an die Gründung 1360
des Dorfes Richardsdorf (Rixdorf)
durch die Johanniter
Beginn
des Stadtrundganges
Beginn
Kreuzungsbahnhof U-Bhf. Herrmannplatz (Im Originalzustand der Eröffnung
wieder hergestellt), Novum für die damalige Zei, der
direkte Zugang zum Kaufhaus.
Kurzes
Stück in die Strasse Hasenheide,
rechts
Kaufhaus Karstadt (Kaufhaus in Wolkenkratzeroptik vor dem Krieg 1937) s.u..

Der
Teil des Kaufhauses in der Hasenheide, hat noch die alte Aussenstruktur
der Fassade, wenn auch nicht mehr die Höhe, links 100 m in die Wissmannstr.
Gelände der ehemaligen Brauerei Löwen-Böhmisch, heute
„Werkstatt der Kulturen“, davor Bowlingbahn und „Neue Welt“ (erbaut 1880)
an der
Hasenheide, begonnen als „Schwofpalast“, Eingang von der Hasenheide, einer von
früher vielen Möglichkeiten des „Amüsementes“ in Rixdorf die Musike zu erleben,
besonders die Hasenheide hatte noch bis in die 80-iger Jahre viele
Möglichkeiten, wie das „Resi“ Tanzlokal mit Wasserspielen und Telefonen von
Tisch zu Tisch.

Hasenheide
„Neue Welt“
Direkt
im Anschluss an die Neue Welt ein eingezäuntes Grundstück, auf dem in den
nächsten Jahren einer der grössten europäischen
Hindutempel errichtet werden soll.
Wir
gehen den ersten Eingang in den Park Hasenheide, in das
ehemals
eingezäunte Gelände für die Hasenjagd für den Großen Kurfürsten, ab 1678,
im
19. Jahrhundert Exerzierplatz und Schießstände für die benachbarten
Kasernen am Columbiadamm und Mehringdamm. Heute 47 ha
grosser Park, Entstehung und Anlage durch Peter
Joseph Lenne 1838, in der heutigen Form 1936-39 als Volkspark angelegt.
Erweiterung 1948-53 mit dem Gelände des Trümmerberges Rixdorfer
Höhe.
Gleich
links Denkmal Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (Bronzestandbild erstellt von
Erdmann Encker 1872), Gedenktafeln vieler
Sportvereine aus aller Welt am Sockel, hier baute er in Freiluft 1811den ersten
Deutschen Turnplatz auf, ein Museum im Park zeigt die Geräte.
Er
wollte die Jugend Preussens durch spartanische
Lebensführung und körperliche Schulung abhärten. Da seine offen ausgesprochene
Gesinnung Anstoss erregte wurde der Turnplatz 1819
geschlossen, da Turnen als gemeinschädlich von der Obrigkeit erkannt wurde.
Jahn wurde verhaftet und durfte sich nur noch im Umkreis von 10 Meilen der
Stadt nähern. Das Denkmal wurde 1872 aufgestellt.

Turnvater
Jahn
Weiter
durch den Park parallel zur Hasenheide, an den Wildgehegen entlang zu einer
Senke, kurz davor das Denkmal für die Berliner Trümmerfrauen, 1955 von Katharina
Singer geschaffen.

Denkmal
für die Trümmerfrauen
In
der dahinter befindlichen Senke wird im Winter immer noch gerodelt, wir gehen
nach rechts an der Rixdorfer Höhe, einem Trümmerberg
vorbei, von der Kuppel hatte man einen wunderbaren Blick auf Neukölln, die
angrenzenden Bezirke und den Flugplatz Tempelhof, grösstes
Gebäude Europas, leider ist der Berg vom Grün vereinnahmt und die Sicht ist
nicht mehr möglich.
Es
geht parallel zur Senke, zum Columbiadamm, zum türkischen Friedhof, 1866 gegründet,
König Wilhelm d. I. erklärt ihn zum Besitz des Osmanischen Reiches, hier findet
man auch die größte Moschee Berlins mit 2 Minaretten 2002 fertiggestellt,
eine Besichtigung sollte man erfragen und einen Tee zu sich nehmen.

Moschee
am Columbiadamm
Ein
paar Meter weiter nach rechts, Richtung Tempelhof lässt uns einen kurzen Blick
auf das Flugfeld machen, im Hintergrund die Gebäude des Flughafens und als
Denkmal abgestellt ein „Rosinenbomber“, ein Flugzeug aus der Zeit der Berliner
Luftbrücke.

„Skymaster“
Zurück
den Columbiadamm entlang am Freibad Columbiabad und der Jahnsporthalle, rechts
bis zur Fontanestr., hier laufen wir bis zur Schillerpromenade. Eine Gegend in
der für besser gestellte Berliner grosszügige
Wohnungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurden, als Ausgleich für die
schnell erstellten Arbeiterwohnungen links von der Herrmannstr. auf den
Rollbergen. Die Gegend um die Schillerpromenade ist ein heute
entstehendes „Innviertel“. Ansiedlung von Künstlern,
Kleinkunst, Handwerk.
Weiter
bis zur Selchower Str. und links Richtung Hermannstr.
Gegenüber
„Woolworth“ in die ehemaligen Kindl-Festsäle, kurz hinein gehen, die
ehem. Stuckherrlichkeiten der Festsäle lassen sich links und rechts im
Deckenbereich erahnen.
Leider
ist der grosse noch bestehende Festsaal nicht zu
besichtigen.

Kindelfestsäle
Herrmannstr.
Weiter
zur Rollbergstr. links hinein bis zur Mainzer Str..
Blick hinein in das endwidmete Strassengelände der Rollbergstr. Benannt nach den Rollbergen auf denen früher 16
Windmühlen bis zum Dorfkern Rixdorf standen, die
letzte wurde 1899 abgebaut. Durch die Kindl-Brauerei (gegründet als
Vereinsbrauerei Berliner Gastwirte 1872, seit 1911 Kindl-Brauerei) links zu
erkennen das alte Verwaltungsgebäude, heute stillgelegt, klare
Industriearchitektur der später errichteten Gebäude, Gelände wird zur Zeit neu verplant.
Weiter
in die Mainzer Str. bis zur Boddinstr. rechts am Boddinplatz hinein, die Gebäude rund um den Platz sind von
der Fassadenstruktur beachtenswert.

Fassade
am Boddinplatz

Fassaden
am Boddinplatz
In
der Ecke ein ehemaliger Stift an den noch die Inschrift über dem Eingang
erinnert. Die Boddinstr. Nach rechts, an der
Grundschule vorbei, bis zur Karl-Marx-Str.. Die Karl-Marx-Str.
war früher eine der grössten Einkaufsstrasse von
Berlin. Heute sind nur noch wenige traditionelle Geschäfte übrig, der grösste Teil hat sich den ausländischen Mitbürgern
angepasst. Neben der Karl-Marx-Str. bilden die
Herrmannstr. und die Sonnenallee, die drei Hauptstrassen von Neukölln. Sie gehen
sternförmig vom Herrmannplatz ab, an dem wir unseren Rundgang begonnen haben
und durchqueren den Bezirk, übergehend nach
Brandenburg (Herrmannstr und Karl-Marx-Str. und in den Berliner Bezirk Treptow
(Sonnenallee).

Karl-Marx-Str.
Gegenüber
das Rathaus Neukölln, erbaut 1906 für die stolze Summe
von 1,5 Mio. Mark durch Reinhold Kiehl. Turm 67 m hoch , oben
Glücksgöttin Fortuna aus Kupfer, 2,20 m hoch, die bereits 1905 durch Josef
Rauch erschaffen wurde. Die Figur ist beweglich und schaut immer in Richtung
Wind. Ein repräsentatives Gebäude der Stadt Rixdorf
das den Grossstadtanspruch darstellen sollte. Ähnlich
wie die nachfolgend angesprochenen Gebäude: das Amtsgericht Neukölln
(1899-1901), das Polizeigebäude (1902), die Sparkasse
(1915-18),
das Gebäude der éhemaligen Reichsbank (1912-14) und
das Stadtbad (1914).

Rathaus
Neukölln
Dahinter
Ecke Schönstedtstr. das Amtsgericht Neukölln,
1899-1901 erbaut im Stil der Neurenaissance. Auch dies ein grosser, monumental wirkender Bau.

Amtsgericht
Neukölln
Gegenüber
das Fisch-Feinkostgeschäft (kleine Konkurrenz zu Rogaczki
in der Wilmersdorfer Str.) mit Imbiß.
Weiter
die Karl-Marx-Str. am Rathaus vorbei, wenn man die Erkstr. hinunter sieht, kann man die alte Polizeiwache an
der Ecke Sonnenallee erkennen. Rechts Kaufhaus Hertie am 31.12.05 geschlossen, als
Kaufhaus besteht es seit dem 2. Weltkrieg, Gebäude wurde in den 60-iger Jahren
neu erstellt, links das alte Postamt (1906), weiter bis zur Ganghofer Str.. An
der Ecke das Gebäude der Sparkasse mit dem erhaltenen Eingangsbereich und einem
grossen Hauptraum der repräsentieren sollte,
auch heute noch eindrucksvoll.
Links
hinein in die Ganghofer Strasse, auf der rechten Seite ein grosser
Bau die ehemalige Reichsbank, sehenswertes Treppenhaus, im Anschluss daran das
Stadtbad, angeschlossen das Heimatmuseum, mehrfach ausgezeichnet, das Bad mit
wunderbaren Mosaiken, grossem Bad für die Männer,
kleiner Halle für die Frauen, „türkische Bäder“ toll ausgestattet. Da die
Mehrzahl der umliegenden Arbeiter-Häuser nur Aussentoiletten
und keine Bäder hatten, war dieses Bad mit grossen
Wannenanlagen versehen.
Leider
nicht zu besichtigen. Hinter dem Bad das Stadtmuseum Neukölln (1987
Museum Europas) , mit Wechselausstellungen und schönem Innenhof.

Eingangsbereich
Stadtbad Neukölln
Zurück
zur Karl-Marx-Str. an der Neuköllner Oper, Spielplan
mitnehmen (Passage Neukölln erste Hauspassage Berlins, errichtet 1909/10 durch
den Kaufmann Paul Dädlich),

Passage
Herrmannstr.
Am
Marionetten/Puppenmuseum und dem Saalbau Neukölln (1918 erbaut) (Kaffee
besuchen und den Spielplan mitnehmen) bis zum ehemaligen Bilka-Kaufhaus,
rechts Ecke Saltykowstr., heute interessantes türkisches Kaufhaus.
Hinter
Bilka rechts hinein, bis zur nächsten Ecke, links
über die Treppenanlage (rechts
Jugendheim Lessinghöhe), halb rechts den Weg zwischen Friedhof und Park vorbei,
über die Thomasstr. links in die Rübelandstr.
zum Körnerpark.

Körnerpark
1912-16
auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube die Franz Körner gehörte, erstellt,
er trat das Gelände an die Stadt ab. Park 5-7 m tiefer gelegt mit Orangerie,
Kaskadenanlage, Fontänenbecken und monumentalen Treppenanlagen. Im der
Orangerie ein Cafebereich mit ständig wechselnden Ausstellungen. Im Laufe des
Jahres auf dem Gelände viele kulturelle Veranstaltungen.
Die
Jonasstr. zur Karl-Marx-Str. gegenüber die Magdalenenkirche, links Richtung Karl-Marx-Platz am
„böhmischen Gottesacker“ (interessante Sammlung alter böhmischer Grabsteine,
nur in der Woche zugänglich), vorbei rechts auf den Karl-Marx-Platz, dahinter
der Richardplatz.
Am
Karl-Marx-Platz links ein Fleischer der berühmt ist für seine Blutwurst.
Vielfach prämiert und in der Heimat der Blutwurst Frankreich, zum
„Blutwurstritter“ gekürt mit Goldmedaillen ausgezeichnet. (Imbiss)

„Blutwurstritter“
Das
alte Rixdorf zeigt sich durch die Schmiede in der
Mitte, die Dorfkirche, rechts das Fuhrgeschäft Schöne (Hochzeitskutschen,
kleine Kutschensammlung für Transport und Beerdigungen, Besichtigung nur nach
Anmeldung). Links ein österreichisches Restaurant mit dem Anspruch, die grössten Schnitzel Berlins anzubieten.

An
einem Adventswochenende Standort für einen nicht kommerziellen, sehr
weihnachtlichen Weihnachtsmarkt.
Die
böhmische Brüderkirche war in Böhmen und Mähren als Nachfolger der
evangelischen Hussitenbewegung entstanden. Die Verfolgung führte erst in die
Lausitz (Herrnhut, Grosshennersdorf, Cottbus) und
dann auf Einladung von Friedrich Wilhelm der I., zu dem von ihm 1737 gekauften
Schulzengut zu Rixdorf. 18 Familien bauten 9
giebelständige Doppelhäuser auf der nordöstlichen Seite des heutigen
Richardplatzes. Später 20 weitere Bündnerhäuser an der
Kirchgasse. Nach einem Brand blieb nur das alte Bethaus Kirchgasse 14, das
Amts- und Schulhaus Kirchgasse 5 und das Haus Richardstr. 80/81
Erhalten.

Schulhaus
Rixdorf
Sehenswert
das Denkmal Friedrich Wilhelm der I., am Sockel Bildtafeln der einwandernden
Böhmen, das Denkmal wurde 1912 eingeweiht.

Friedrich
Wilhelm d. I:
Sehenswert
auch der Comeniusgarten, benannt nach dem Universalgelehrten
Johann
Amos Comenius (1592-1670), letzter Bischof der
Böhmischen Brüdergemeinde.
Denkmal
wurde von der damaligen Regierung der Tschechesslowakei
gestiftet, und von dem damaligen Parlamentspräsidenten Alexander Dubcek
enthüllt.
In
der Richardstr. 80/81 das einzige Hausdach in der alten Form, Giebel zur Straße.
Die Brandtafeln an den Häusern Richardstr. 80/81 und 90 erinnern an den grossen Brand von 1849.

Richardstr.
80/81
1874
wurde das Böhmische Dorf, Böhmisch-Rixdorf mit Deutsch-Rixdorf zu einer Einheitsgemeinde zusammengelegt.
1830 bereits 2.500 EW. 1875 bereits 15.000 Einwohner, damit im Kreis
Teltow die grösste Stadt. 1899 schon 80.000 EW und
Gründung der Stadt Rixdorf. 1922 wird Rixdorf in Neukölln umbenannt und 1920 mit 235.000 EW zum
14. Verwaltungsbezirk Berlins.
Weitere
Sehenswürdigkeiten in Neukölln
Britzer Garten
Britzer Mühle
Dorfkirche
Britz
Dorfkirche
Rudow
Garnisionskirche (Nähe Südstern)
Gropiusstadt
Hufeisensiedlung
(Bruno Taut) Britz
Schloss
Britz